Spielstätten

Das Blättchen

Zweiwochenschrift für Politik, Kunst und Wirtschaft

In seinem Erinnerungsbuch „Als ich ein kleiner Junge war“ schildert Erich Kästner einen Besuch an der Ostsee. „Dabei dachte er auch an Vineta. Das Meer wähnte er voller Geheimnisse, mit versunkenen Schiffen und toten Matrosen. Und die versunkene Stadt stellte er sich so vor: „Nixen schwimmen durch die Straßen, glotzen in Hutläden und Schuhgeschäfte, obwohl sie weder das eine noch das andere brauchen. Komische Stadt.“

Der geheimnisumwitterten versunkenen Stadt hat Martina Krüger ein Buch gewidmet, eine Suche in Chroniken und Sagen, mit Spaten und Pinsel, in der Literatur und auf dem Theater. Sie weiß natürlich, dass sie nicht die erste Vineta-Jüngerin ist und greift verschiedene Vineta-Theorien über den besonderen Namen und die noch immer nicht geklärte Lage auf, vergleicht klug und kommt zu eigenen Schlüssen. Da das Buch reich illustriert ist, kann man es in der nassen Jahreszeit gern zur Hand nehmen und findet dann den Regen vielleicht sogar schön. Dass die Kartenabbildungen im Buch recht klein geraten sind, macht die große Karte auf dem Vorsatzpapier wett.

Martina Krüger: Vineta Trugbilder, Nordlicht Verlag, Karlshagen 2016, 130 Seiten, 19,90 Euro.